Unterwegs in der Karibik – ohne Fluch

Der Taum vom Karibiktörn ging im April 2018 für 24 Seglerinnen und Segler in Erfüllung. Zunächst mussten wir nach Paris zum Flughafen Orly, von dort ging es weiter nach Martinique. Im Hafen Le Marin stiegen wir auf die drei gecharterten Katamarane um. Bevor es losgehen konnte, stand allerdings zunächst eine logistische Höchstleistung an: Proviant für 8 Personen je Schiff und zwei Wochen einkaufen und in den Katamaranen verstauen. Auch die Bürokratie wollte geregelt werden: die Zollabfertigung. Das Prozedere des Ein- und Ausklarierens sollte uns noch öfter beschäftigen – schließlich durchsegelten wir mehrere Länder: Frankreich, St. Lucia (Britisch Commenwealth), St. Vincent und die Grenadinen.

Dann ging es endlich los in den südwestlichen Teil der Karibik „Unterwegs in der Karibik – ohne Fluch“ weiterlesen

Von Flensburg in die Südsee

Vom 10. Bis zum 17. Juni 2017 fand der diesjährige Ostseetörn des PSV Unna der Abteilung Segeln statt. 12 Vereinsmitglieder segelten auf zwei Charteryachten von Flensburg aus die deutsche Ostseeküste entlang und machten erfolgreich die Dänischen Hoheitsgewässer unsicher. Für alle Mitsegler wurde der Törn ein voller Erfolg, der neben einem hohen Spaßfaktor und viel Geselligkeit Törnauch Praxiserfahrung für Inhaber und Anwärter auf den SKS im diesjährigen Ausbildungsjahr vermittelte. Die beiden Skipper Lothar und Ralf steuerten die Boote zielsicher durch die Ostseegewässer und konnten sich dabei auf ihre Mannschaften voll verlassen.

Tag 1: Anreise (Flensburg)

Am ersten Tag wurden die beiden Boote Ilona und Ludmila als baugleiche Typen Hanse 385 übernommen und sofort ausgerüstet. Dies umfasste eine Plünderung nahegelegener Supermärkte ebenso wie die Beschickung der Yachten mit jeder Menge Gepäck der Reisemannschaften. Da das Einkaufen für die zu 100% männlichen Crews sehr anstrengend war, durften sie sich am Abend gemeinsam bei einem Essen in Flensburg für das Auslaufen am nächsten Tag stärken.

Tag 2: Flensburg – Maasholm

Durch den günstigen südwestlichen Wind steuerten die Boote im Regattamodus am ersten Tag die deutsche Ostseeküste an und verließen bei achterlichen Winden die Flensburger Förde, um nach der Passage der Geltinger Bucht auf Südkurs den geschützten Hafen von Maasholm anzulaufen. Der Einlauf in das enge Fahrwasser der Schlei war dabei kein Problem und die Mannschaften konnten sich während des Tages mit den Booten vertraut machen.

Tag 3: Maasholm – Laboe

Aufgrund des aufkommenden stärkeren Windes wurde die Idee, bis Heiligenhafen zu segeln, zugunsten des Ziels Laboe verworfen. Der neue Kurs unter Land bot mehr Schutz vor sich möglicherweise ändernden Wetterlagen und Sicherheit geht immer vor. Nach der Ankunft in Laboe, welche von etwas Regen begleitet wurde, nutzen die Crewmitglieder die Zeit zum Besuch des Ortes oder zur Besichtigung des U-Boot-Museums. Die Enge der Metallröhren aus dem zweiten Weltkrieg ließ den Komfort der gecharterten Yachten gleich in einem völlig neuen Licht erscheinen.

Tag 4: Laboe – Marstal

Günstige Westwinde und starker Seegang machten die Überfahrt von Laboe zum Dänischen Ort Marstal auf der Insel Ærø zu einem echten Erlebnis. Die hohen Wellen wurden professionell abgeritten und trotz mancher Nachteile der etwas schwerfälligen Handhabung der Hanse 385 Serie zeigten die Boote ihr doch hohes Geschwindigkeitspotential.

Auch an diesem Tag galt: Sicherheit zuerst und der Umgang mit der Lifeline gehörte zum Standard der Crews. Den sonnigen Abend in Marstal ließen die Segler mit einem gemeinsamen Grillen ausklingen, wobei die glühende Restkohle danach noch anderen Gästen „gespendet“ wurde, um deren Fleisch gut durchzubrutzeln.

Tag 5: Marstal – Lyø

Die Umsegelung der südlichen Küste von Ærø gestaltete sich am nächsten Tag noch einfach, der auf Nordwest drehende Wind machte jedoch das Aufkreuzen in Richtung der nördlich gelegenen Insel Lyø nahezu unmöglich und als dann der Wind noch nachließ, mussten die Segel eingeholt und der Motor angeworfen werden. Unter Maschinenkraft passierten die Yachten den Leuchtturm von Skovby und konnten dann die Segel wieder hissen, um Lyø von Osten aus anzufahren. Hier konnten die SKS Anwärter live erleben, wie in dichtem Verkehr durch Berufsschifffahrt optimal zu navigieren ist. Durch das Einlaufen der Boote wurde die Zahl der Einwohner von Lyø um mehr als 20% erhöht und die lokale Wirtschaft im Dorfladen kräftig angekurbelt.

Tag 6: Lyø – Langballigau

Auf der Fahrt von Lyø zurück in die Flensburger Förde schalteten beide Boote voll auf den Regattamodus. Im Fokus stand die Einhaltung des optimalen Kurses bei fordernden Windverhältnissen bei der Umrundung von Gammel Pøl. Nachdem die Yachten in die Flensburger Förde eingebogen waren, wurde der Leuchtturm von Kalkgrund angefahren und auf Vorwindkurs ging es in den Hafen von Langballigau. Hier lagen die Boote im Päckchen. Dies ermöglichte ein leichtes „Übersetzen“ der Mannschaften zu einer spontanen Geburtstagsfeier für ein Crewmitglied um Mitternacht.

Tag 7: Langballigau – Flensburg

Am letzten Tag des Törns unter Segeln kreuzten beide Boote zurück nach Flensburg. Die Boote wurden am Zielhafen wieder aufgetankt und die Mannschaften bereiteten die Yachten auf die Rückgabe vor. Am Abend ließen alle Teilnehmer den Törn im Brauhaus gesellig ausklingen und besichtigten danach den Clipper Johann Smidt, der am Pier von Flensburg festgemacht hatte und auf dem ein Mitglied des PSV Unna eine Ausbildung als Steuermann von Traditionsschiffen erhält.

Tag 8: Abreise (von Flensburg)

Allzu schnelles Vorankommen auf der Heimreise, diesmal per Auto und nicht auf dem Boot, verhinderte eine Reihe von Vollsperrungen, welche die Straßenmeistereien schnell noch als Hindernisse für die Crews aus dem Hut gezaubert hatten. Aber auch diese navigatorischen Herausforderungen wurden von den Mannschaften problemlos gemeistert.

Insgesamt war der Törn ein voller Erfolg und der Dank der Crews gilt den beiden Skippern und den Teilnehmern für den hohen Spaßlevel, die sehr gute Zusammenarbeit und die gegenseitige Unterstützung. Allen wird der Törn sicher noch lange und mit Freude in Erinnerung bleiben und ein Nachtreffen ist bereits angedacht.

Feiertagsprogramm mal anders

Dass der Spaß mit kleinen Schiffen keineswegs zu kurz kommen muss, hat schon der Himmelfahrtstörn 2013 gezeigt. Und so machten sich auch diesmal wieder einige PSVler auf den Weg zu den Friese Meeren, um für vier Tage mit vier 6,50 Meter-Foxen die Windverhältnisse zu testen. Erstes Urteil unserer Reporterin Miriam Brandt: So mancher wilde Ritt war möglich. Sensationell!

Eine Reisebericht von Miriam Brandt (Text) und Malte Micheel (Fotos)

Tag 1: 9 ist die neue 8

“Hatten wir was falsch verstanden?” “Nö. Eher die anderen.” “Nee, die auch nicht- die sind nur einfach spät dran.”
Gute Teams kommunizieren viel und verstehen sich blind. Am ersten Tag waren wir noch nicht so weit. Um Punkt acht fanden sich vier von uns frisch geduscht beim Treffpunkt am Yachthaven Ottenhome Heeg ein und umkreisten den bereits ungeduldig gedeckten Tisch wie Rilkes Panther im Käfig seine nicht vorhandene Beute. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe… uns eigentlich nur hungrig.
Um neun dann endlich: Frühstück! Das erste Highlight des Tages- weitere sollten folgen!
Um zwölf Uhr schließlich verlassen vier rote Foxen ihre Heimatboxen. Es geht los! Erstes Ziel:Stavoren

Stavoren

Am Ostufer des IJsselmeers liegt dieses kleine malerische Städtchen. Süße Gassen und niedliche Häuschen laden zum Bummeln und verweilen ein, kleine Cafés und Restaurants machen auch deinen Magen glücklich. Stavoren lebt heute überwiegend vom Tourismus. Mehrere Yachthäfen sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Wenn du es kuschelig und ruhig magst und noch dazu gerne Boote beobachtest, dann solltest du auf deiner nächsten Hollandtour durchaus mal einen Abstecher hierher machen. Der dort ins IJsselmeer mündende Johan Frisokanal ist immer gut frequentiert und am Eingang in die Ortsmitte kannst du ganz großartig die Boote beim Schleusen beobachten.
Im Bootszubehörladen der Marina Stavoren Buitenhaven haben wir zudem zu unserer eigenen Verwunderung so manches Teil zu wahren Schnäppchenpreisen gefunden. Dort gibt es auch eine kleine Kneipe, in der man gut zu Abend essen kann. Nicht so sehr, weil die Speisekarte oder das was dann hinterher auf deinem Tisch landet so qualitativ megaklasse ist, sondern vielmehr wegen der liebevollen Deko und der unfassbar engagierten Besitzerin. “Warum sieht die so rot aus im Gesicht?” Stille. “Weil sie gerade ein Bierfass ganz alleine die komplette Treppe hochgewuchtet hat.” “Oh.”

Tag 2: Warum Giraffen lange Hälse haben und Pinguine watscheln

Wir hatten uns dieses Mal um 8.30 Uhr verabredet. Um 9.00 Uhr trudelten wir zeitgleich am Treffpunkt ein. Geht doch! Der Himmel war bedeckt, die Wettervorhersage prophezeite 4-5 Windstärken. Perfekt! Nach einem Bummel durch Stavoren und seinen lokal ansässigen Coop brachen wir auf. Es war Segelwetter!.

Woudsend

“Wauz was?” “Wauz End.” “Wauz End?” “Jo.” “Wie die Wauzis?” “Wie wer???” “Na die Wauzis!” Schweigen. “Na vergiss es, andere Generation.”
Mit ca. 1400 Einwohnern ist Woudsend schon ein wenig größer als Stavoren – davon wirst du aber nicht viel merken. Auch hier dominiert der Wassersporttourismus. Seine Marina liegt keine 5 Minuten fußläufig vom “Zentrum” entfernt. Gefühlt siehst du überall Wasser und Brücken. Ein Highlight ist sicherlich die alte Sägemühle, die sich direkt an der Wasserstraße befindet. Wir selbst erreichen den Hafen am späten Nachmittag. Grillen steht auf dem Programm. Es ist zwar recht kalt – aber einen echten Mann kann das nicht aufhalten, wenn es ums Feuermachen geht!

Meine gefütterten Stiefel jedoch schienen nach Stunde zwei des Grillabenteuers ihre Aufgabe meine Füße warm zu halten aufgegeben zu haben. “Du hast Schlachseite” rief mir mein Bruder hinterher, als ich fröstelnd vom Waschgang zurück zum Boot trottete. Pinguinartig watschelte ich an ihm vorbei. Schlagartig wurde mir klar, wie Darwin damals zu seiner GiraffenhabenlangeHälseweilsiesichimmernachdenBlätternamBaumgereckthaben-Theorie gekommen sein musste: Ihm war kalt. Die Schultern hochziehend, Arme fest an den Körper gepresst watschelte auch er irgendwo lang und dachte sich: wenn ich das noch länger machen muss, mutiere ich zum Pinguin. Das leise Fiepen, das ich ausstieß, als ich endlich warm eingekuschelt im Schlafsack lag, dürfte diese Vermutung bekräftigen.

Tag 3: Feucht und Fröhlich

Ein leises dumpfes Tropfen weckte uns am nächsten Morgen. “Trocken ab zwei, Sonne ab drei.” grummelte es hinter mir. Der Wetter-Check war also schon mal durch. “Kuchenbude bauen oder Frühstücken gehen?” “Beides.” Trocken frühstücken an Bord war auf der kleinen Fox nahezu ausgeschlossen. Na gut, nach dem Bau der Kuchenbude wäre uns das Regenwasser lediglich in den Nacken getropft… vielleicht waren wir etwas kleinlich… wir gingen ins Dorf. Und begannen den Tag mit einem sensationellen warmen Brunch und heißem Kaffee, murkelig warm mit Blick auf den Kanal.
Um zwölf starteten wir. Es nutzte nix. Heute war Ablegen in voller Montur angesagt. Vorsichtshalber auch mit gerefftem Segel, was sich angesichts der heftigen Böhen, die uns immer wieder erwischten als gute Entscheidung herausstellte. Nachmittags entschieden wir uns für einen kleinen Zwischenstopp. Und da war sie wieder, passend zur Pause, perfekt vorhergesagt: die Sonne!

Sloten

Sloten ist die kleinste Stadt mit Stadtrechten in den Niederlanden. Für den mittelalterlichen Handel hatte Sloten eine Schlüsselfunktion, heute verirren sich überwiegend Wassersporttouristen in das Städtchen. Alt und kuschelig ist es auch hier. Komm her, bewundere die schöne historische friesische Architektur und genieße die Aussicht in einem der Cafés am Ufer!
Aber Bootsanleger aufgepasst: Bei einem beherzten Sprung vom Boot auf den Anlegesteg solltest du möglichst die Mitte anpeilen! Da der Steg auf dem Wasser schwimmt kann dein Aufsetzen daneben schnell feuchtfröhlich enden… feucht für dich- fröhlich für die anderen… 😉 Den Abend beschlossen wir schließlich im Yachthafen Iselmar bei Lemmer. Leider etwas außerhalb, aber dafür mit Schwimmbad und Sauna auf dem Gelände. Genau das Richtige, ehe es am nächsten Morgen zurück nach Heeg zu unserem Vercharterer ging.
Wow! Was für eine Tour! Und was für eine klasse Art, sein langes Wochenende zu verbringen!

Die Königin hat uns zugelächelt

Anfang Juni (01.06. – 08.06.2013) machte sich eine kleine PSV-Flotille auf den Weg in die Dänische Südsee. Bei schönem Wind und bestem Wetter war die Runde um Fünen kein Problem. Wir hatten sogar noch Zeit für eine nicht alltägliche Begegnung. Ein Bericht von Petra, die an Bord der “Heidi” mitgesegelt ist

Erster Segeltag auf der Flensburger Förde: die “Heidi” macht gut Fahrt.

Am Samstag waren wir alle frühzeitig in der Marina Niro-Petersen in Flensburg angekommen und begannen ab 13.00 Uhr das gastronomische Angebot der Stadt zu testen. Schon am Ankunftstag machte uns das Wetter mit den angenehmsten Temperaturen – blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein – unternehmungslustig und froh. Die abendliche Fortsetzung des Menükarussells  mit den Besatzungen der zwei anderen Vereinsschiffe (Stella und Hydra) verlief dann auch zur allgemeinen Zufriedenheit und alle Teilnehmenden sahen den kommenden Tagen mit Freuden entgegen.

Ein kurzer Wettereinbruch in der ersten Nacht an Bord, mit viel Wind und Wellenschlag am Schiff war nicht so schön, konnte aber nach den ersten Wein- und Bierproben und mit Hilfe von Oropax leicht überwunden werden. Die Erwartung eines ersten frustrierend nassen Segeltages erfüllte sich dann Gott sei Dank nicht – schließlich hatte man Urlaub und Erholung nötig. Im Hafen von „Aeroskobing“ war der Himmel schon wieder blau und die gefürchteten Anlegemanöver unter kräftigerem Wind, ohne Verluste von allen 3 Schiffen schnell bewältigt. Zufrieden lagen wir alle „im Päckchen“, mit Vor- und Achtersprings und den sonstigen  Land- und Schiffsverbindungen bestens vertäut.

Im Dreierpäckchen: Ærøskøbing

Ein Superhafenkino gab es dann auch noch, da sich der kleine Hafen mit vielen Regatta-Schiffen füllte und so manche Crew tatsächlich mehrere, mehr oder weniger geschickte Anlegeversuche zum Besten bot. Diese Beobachtungen helfen ja immer sehr bei der objektiven Bewertung und Verbesserung der eigenen Teamleistungen. (Wir sind doch schon ganz schön fit! Vor allem immer cool geblieben – bei allen Manövern! Niemals Geschrei und Flüche an Bord erlebt! Wir waren hochzufrieden miteinander.

Am zweiten Segeltag weiter bis nach „Nyborg“ im Nyborgfjord. Bei strahlendem Sonnenschein und 5 bft Wind kamen wir schnell voran. Haha – ein Etmal von 70 sm  – Sportler sind wir – jawoll! Die Stella-Crew hatte trotz eingerissenem Achterliek am Segel mitgehalten. Alle Schiffe fanden einen Liegeplatz im hintersten Hafeneck. Schön geschützt liegend konnten wir endlich mal ohne Wellenschlag und Oropax schlummern.

Bei strahlendem Sonnenschein kreuzten wir am nächsten Morgen weiter Richtung Norden und wendeten einmal unter der beeindruckenden Storebelt-Brücke. Welch eine tolle Perspektive bietet so ein Bauwerk von einem Segelschiff aus! Wir wissen warum wir so gerne segeln! Dirk und Manfred sei Dank wussten wir auch, unter welchem Teil der sehr langen Brücke wir kreuzen durften. Dies musste erst über Funk geklärt werden. Das schafften unsere „Leader“ tatsächlich ohne die geringste Aufregung und ohne auch nur einen Stotterer. Anschließend wurde die Fahrt etwas ruppiger und unsere gute Bekannte, die Seekrankheit, meldete ihren Besuch aus den verschiedensten Gründen an. Mann/Frau musste z. B. mal dringend nach unten und kam seltsam bleich und leicht fluchend wieder an Deck, oder hatte einmal zu lange in den Plotter oder auf die Seekarte geschaut und musste zum Ausgleich tief atmend den Horizont anstarren.

Abendstimmung in der “Südsee”

Bald segelten wir aber geschützt und bei schönstem Sonnenschein durch die „Dänische Südsee“ und alles war nur noch wunderbar. Schweinswale begleiteten uns ein Stück durchs Kattegat und wir erreichten den nächsten Zielhafen nach einem Supersonnenuntergang um 21.30 Uhr. Liebenswertes Dänemark – in „Bogense“ durften wir dann endlich den Höhepunkt unserer Reise erleben.

Nicht für uns war der eh’ sehr schöne Hafen beflaggt und hübsch herausgeputzt, sondern für den Besuch Eurer Majestät, der dänischen Königin Margarete  – oder so. Da wir das letzte „Goldene Blatt“ nicht gelesen hatten, waren wir zunächst geneigt zu glauben, dass dieser Aufwand unserem tollen und mittlerweile sicher europaweit bekannten Verein gelten müsse. Aber nein, er galt der wohl sehr beliebten Königin.

Ganz Bogense hatte offensichtlich Feiertag und alle Bewohner waren bei schönstem Frühsommerwetter herausgeputzt und gut gelaunt auf den Beinen. Die Schulband spielte swingende Stücke, die Bodygards guckten ernst und schöne junge Polizistinnen regelten den Verkehr. Ein Sommermärchen! Alle 18 Vereinsmitglieder mischten wir uns also unters dänische Volk und leisteten unseren Beitrag mit Fähnchen schwenken und diversen Film- und Fotodokumentationen. Das huldvolle Winken der Dame schien auch uns zu gelten und wir feierten den Tag noch mit einem großen Eisessen.

Königin Margarete, ausnahmsweise ohne Prince Denmark

Dann verließen wir das hübsche Städtchen um 11.00 Uhr zu weiteren Segelabenteuern Richtung Assens. Wieder begleiteten uns Schweinswale und Sonnenschein. Die Hydra-Crew übte sich im Nachtfahren – das bot sich bei den schönen Nächten auch echt an – und wurde gegen Mitternacht von den Crews der zwei anderen Schiffe mit Taschenlampenzeichen an einen passenden freien Liegeplatz geleitet. Das war doch wohl ein Service! Hierfür bedankten Sie sich am folgenden Abend in Sønderborg mit einer Party an Bord Ihrer Hydra, die ganz harmlos mit einer lustigen „Mädelsfeier“ begann und mit der Unterhaltung des Stadthafens durch diverse Gesangs- und Musikeinlagen aller 18 Segler/innen, von Bord der Hydra aus dargeboten, endete. Ein rauschhafter Abschluss eines sehr schönen Törns rund um Fünen.

Mit Euch allen gerne wieder! Bis zum nächsten Jahr!

Eure Petra

Unsere Super-Crew (von links nach rechts):

Dirk (Skipper, ganz links)

Petra (Smutje, Deckshand, Rudergängerin)

Werner (Deckshand und Rudergänger)

Achim (Deckshand und Rudergänger)

Gudrun (Deckshand und Rudergängerin)

Manfred (Coskipper und Navi, Bild unten)       

Unser schönes Schiff:

          Hanse 385

          Baujahr 2013

          11,40 m Länge

          3,88 m Breite

          74 qm Segelfläche

Kleine Schiffe – großer Spaß

Christi Himmelfahrt 2013 (8. bis 12.05.2013) brachen drei Fox Kleinkreuzer und ein Plattboot von Heeg aus auf, um die “Friese Meeren” mit diesen nicht ganz alltäglichen Booten zu erkunden. Die frische Brise, viele Brückendurchfahrten und die gute Stimmung an Bord der vier Schiffe ließ die Tage nicht lang werden.   

Ein Bericht von Christoph, der auf der Fox 12 mitfuhr

Die Fox 22 hat sich in kurzer Zeit zu einer beliebten Kajütsegelyacht für bis zu vier Personen entwickelt.  Zu verdanken ist dies den hervorragenden Segeleigenschaften und der Wendigkeit sowie der – für diese Schiffsgröße – “geräumigen” Kajüte.

Mittwoch: Ankunft in Heeg

Am späten Nachmittag erreichten wir Heeg, unseren Übernahmeort. Die Übernahme verlief reibungslos. Als wir ausgepackt hatten (dabei hatte es kräftig geregnet) gingen wir essen. Bald trafen wir noch die Plattbootfahrer, die uns zu einem Schnaps beziehungsweise zu einem Glas Wasser einluden.

Donnerstag: Von Heeg nach Stavoren

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam. Da 5 bis 6 Windstärken angesagt worden waren, reffte jeder sein Boot. Draußen auf dem See wartete schon das Plattboot. Wir kreuzten hoch, da der Wind aus Süd-West kam. Wir machten so viel Fahrt, dass uns das Plattboot (unter Motor) nicht überholen konnte. Die Plattbootfahrer waren sehr enttäuscht, dass sie – selbst unter Motor – kaum mithalten konnten. Bald wurde der See eng und der Schiffverkehr so dicht, sodass auch wir den Motor anmachten mussten. Wir fuhren durch kleine Dörfer, die am Kanal liegen. So erreichten wir Stavoren. Wir liefen in einen Hafen wo wir gut gelegene Plätze bekamen. Das Plattboot lag vor uns am Kopf des Steges. Karsten suchte uns einen Grillplatz und grillte allerlei leckere Sachen (da ist es gut, wenn man einen solchen Grillmeister hat 😉 ). Nach dem Grillen gingen die Erwachsenen in die Stadt. Andre und ich blieben beim Plattboot und spielten mit den Senioren Karten.

Freitag: Von Stavoren nach Sloten

Am nächsten Morgen suchte Kai uns ein gutes Plätzchen um zu frühstückten, da es unterm freien Himmel ungemütlich wurde (Windstärke 6 und Nieselregen). Trotz des Windes fuhren wir weiter, nur mit Fock, in Richtung Heeg. Doch  wir wurden voneinander getrennt: Unser Motor (Fox 12) sprang vor einer Brücke nicht an. Während Karsten’s Boot auf der einen Brückenseite los zischte, überlegten wir auf der andern Seite, was wir tun sollten. Da es keine andere Möglichkeit gab, fuhren wir unter Segeln durch die Brücke. So hatten wir einen großen Abstand zwischen uns (Fox 12 und Fox 14) und Karstens  Boot. Den Vorsprung holten wir erst wieder auf, als Karsten eine kleine Abkürzung gefahren war. Alle nahmen die Fock runter und tuckerten durch den Kanal nach Woudsend. Dort fuhren wir durch mehrere Brücken (pannenfrei). Wir folgten dem Kanal bis Sloten, einer mittelalterlichen, kleinen Befestigungsanlage. Als wir durch die letzte Brücke fahren wollten, wurden plötzlich die Signale auf Rot gestellt und die Brücke schloss. Mein Vater kam noch durch (ohne zu bezahlen!!!), doch wir standen vor der geschlossenen Brücke. Grund: Ein Unfall auf der Landstraße. Da Polizei und Sanitäter anrückten, musste die Brücke geschlossen bleiben. Das blieb sie auch ca. eine Stunde (das war nicht unser Brückentag). Wir vertrieben uns die Zeit mit Kaffee und Tee trinken.  Endlich im Hafen, erkundeten wir später den Ort und die Essensmöglichkeiten. Wir aßen in einem netten Restaurant. Danach gingen die meisten Erwachsenden noch mal in eine Kneipe. Andre, Karsten, Katrin und ich gingen zur den Plattbootfahrern.

Samstag: Von Heeg nach Lemmer

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam in unserem Fox, da wir keinen anderen Platz fanden. Bei 6,50m Länge und 2,50m Breite wurde es mit acht Leuten ziemlich eng. Trotzdem wurde es ein schönes und unterhaltsames Frühstück. Danach unternahmen wir einen Landrundgang durch die historische Altstadt Sloten.

Wieder zurück bei unseren Schiffen setzten wir die Segel und stachen in See Richtung Lemmer. Es gab aber eine Veränderung: Christiane wechselte mit Kai das Schiff, so dass es nun ein Herrenschiff gab und ich unter Herrschaft der Frauen war. Wir segelten die Kanäle weiter hoch bis wir auf den Grote Breeken kamen. Dort mussten wir gegen den Wind kreuzen und wurden ordentlich nass. Auch benutzen wir die Ausweichregeln, die überraschend auch zwischen Eheleuten auf verschiedenen Schiffen gelten. Trotzdem wurde es sehr knapp bei diesem Manöver. Da noch genug Zeit vorhanden war fuhren wir noch einmal über den See. Später legten wir in einem netten Hafen in Lemmer an, wo wir drei Boxen nebeneinander bekamen. Das Plattboot hatte uns verlassen und war in Richtung Sneek aufgebrochen. Im Hafen standen Schwimmbad und Sauna zur Verfügung, was wir auch ausgiebig nutzten. Am Abend aßen wir in einem noblen Hotel am Hafen wo jeder satt wurde.

Sonntag: Von Lemmer nach Heeg und weiter nach Unna

Da gutes Wetter war, frühstückten wir am Sonntagmorgen draußen gemeinsam auf zwei Booten. Diesmal hielt sich das Wetter und wir fuhren den Grote Breeken hinauf zum Johann-Friso-Kanal. Vor einer Brücke aber sprang unser Motor aber wieder nicht an! Durch diese Brücke konnten wir nicht segeln, da auch die Berufsschifffahrt diese Brücke passiert. Also mussten wir uns Abschleppen lassen, was sehr schade war, da gute Segelverhältnisse herrschten. Auch der Kanal wurde enger und mit der Berufsschifffahrt gab es kaum Platz zum Kreuzen. Also tuckerten wir die Kanäle hoch bis nach Heeg. Dort angekommen packten wir unsere Sachen, machten das Schiff klar und Übergaben die Schiffe wieder. Ab da trennten sich unsere Wege: Einige aßen noch in Heeg und andere fuhren sofort nach Hause. Ich bin davon überzeugt, dass allen unsere Fahrt genauso viel Spaß gemacht hat wie mir und alle auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein werden.

Fox 6: Karsten, Christiane und Johannes

Fox 14: Susanne, Kai und Andre

Fox12: Katrin, Stefan und Christoph

Plattboot: Werner, Doris, Annegret und Manfred